Samstag, 2. März 2013

Die Natur der Synthetik

Schuf die Natur sich mit dem Menschen einen Feind oder einen experimentierfreudigen Evolutionsbeschleuniger? Einer der größten menschlichen Irrtümer ist der, dass der Mensch der Überzeugung ist, was er selbst geschaffen hat sei künstlich oder synthetisch - kurzum: unnatürlich. 

Dabei vergisst er, dass er selbst ein Produkt der Natur und somit ein kleiner Teil eines bislang nur teilerforschten Organismus ist und daher sein Handeln wie auch seine Produkte gänzlich der Natur entspringen. Plaste entstehen auf natürlichem Wege durch den Menschen, Städte wachsen buchstäblich aus dem Erdboden und Energien bündeln sich zu komplexen Mustern, welche mit Lichtgeschwindigkeit durch die Meere jagen, um wiederum Einfluss auf jene Organismen zu nehmen, welche sie erschufen. Jeder Alltagsgegenstand des modernen Menschen im 21sten Jahrhundert ist ein gewöhnliches Produkt der Natur - und zwar unbeeinflusst, da auch die Beeinflussung durch den Menschen ein natürlicher Prozess ist. Nein, das ist keine abgedrehte philosophische Weltanschauung, sondern übersehener Fakt. Mp3-Player, Flugzeuge, Schadstoffe und Genmanipulation – sie alle entstammen dem Willen der Natur.

Der Mensch - missbrauchter Schöpfer? Was der Mensch sich gar nicht vorstellen kann, was aber der unerschütterlichen Wahrheit entspricht: Er selbst ist der Schöpfer synthetischer Neuerungen der Natur - ein Werkzeug zur Weiterentwicklung irdischer Evolution und Selbstfindung. Ein Glück für ihn, dass er bei seinem Denken, Handeln und Schaffen wenigstens das Gefühl besitzt, frei zu entscheiden. Aber kann man diese Freiheit belegen? Die menschliche Auffassungsgabe, die Gefühle des Menschen und nicht zuletzt seine geschickten Hände, geben seiner Art die Möglichkeit vielfältige Dinge zu erschaffen, welche jedoch selten gründlich von ihm durchdacht oder ohne Auswirkungen auf seine Umwelt sind. Was der Mensch tut, schreibt er sich selbst als Wesen zu - er übernimmt die volle Verantwortung für sein Werk, ohne dabei den Mutter-Mechanismus zu beachten, dessen er Teil ist. Somit kam die Beschreibung „unnatürlich“ auf, um allem vom Menschen geschaffenen einen übergeordneten Namen zu geben. Ein Name, dessen unbedachte Nutzung zu einem der großen Irrtümer der Menschheit führte.

Die Natur der Synthetik ein Freifahrtschein zum Kollaps? Der Mensch als "von der Evolution genutzter Schöpfer der Synthetik" muss trotz allem Verantwortung sein Handeln übernehmen. Unsere Erfahrung und unser Gewissen zeigen uns auf, dass unabhängig von der Bedeutung unserer Existenz, das Gleichgewicht unserer Umwelt auch von uns abhängt, selbst wenn die Natur vielleicht einen bisher nicht erkannten Nutzen aus unseren "Fehlern" zieht. Wenn die Plastiktüte ein auf komplexen Umwegen entstandenes Natur-Produkt ist, heißt es noch nicht, dass ihre Evolution schon abgeschlossen ist. Und nicht nur Plastiktüten schaden eindeutig der Umwelt.

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